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Konjunkturbarometer: Jungunternehmer sind optimistisch und übernehmen Verantwortung

Im Rahmen unserer 17. Konjunkturbarometer-Umfrage haben wir uns wieder den wirtschaftlichen Erwartungen der österreichischen Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer gewidmet. Der Optimismus ist groß, politische Reformen müssen jedoch folgen.

Von 27. August 2019 No Comments

JW-Bundesvorsitzende Christiane Holzinger
(c)Anna Rauchenberger

Es ist einer der Fixpunkte des JW-Jahres: die Befragung unserer Mitglieder zu ihren Erwartungen im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land und ihre eigene Situation. Gemeinsam mit dem Market-Institut befragen wir im Halbjahrestakt die österreichischen Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer zu konkreten konjunkturellen Entwicklungen und spezifischen weiteren Themenbereichen. Die Konjunkturbarometer-Befragung ist deshalb so wertvoll, da wir genau wissen wollen, wie die österreichischen Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer die wirtschaftliche Situation einschätzen, um dann eine Grundlage dafür zu entwickeln, welche Maßnahmen wir mit Nachdruck verfolgen müssen.

Die Einstellungen unserer Mitglieder: Grundlage unserer Initiativen

Wir sind unseren Mitgliedern seit Jahren sehr dankbar, dass sie immer in so großer Zahl an der Umfrage teilnehmen. Umso größer die Teilnehmerzahl an der Umfrage ist, desto aussagekräftiger unsere Ergebnisse sind. Dadurch können wir vor allem Richtung Politik kommunizieren, dass unsere jungen Unternehmerinnen und Unternehmer in großer Zahl ganz spezielle Sichtweisen haben und folglich auch konkrete Forderungen umgesetzt wissen wollen.

Vorbereitung mit Hindernissen

Der heurige Vorbereitungsprozess fing ein wenig holprig an, da genau zu dieser Zeit die ÖVP-FPÖ Regierung beendet wurde, damit die angekündigten Initiativen der Steuerreform in Gefahr gerieten und wir somit auch unsere Fragestellungen ein wenig anpassen mussten. Deshalb verschoben wir den Befragungszeitraum auf Juli, um ein wenig Abstand zur innenpolitischen Krisensituation zu gewinnen.

Schlussendlich nahmen rund 800 Mitglieder an der Umfrage teil und haben uns dabei unterstützt, ein Bild der gesamtwirtschaftlichen Situation unserer Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer zu zeichnen. Zusammenfassend kann man sagen: die Einstellung ist der gesamtwirtschaftlichen Großwetterlage entsprechend positiv.

Positive Grundeinstellung mit leichtem Hang Richtung Stagnation

Die Ergebnisse unserer Konjunkturbarometer-Befragung bewegen sich auf hohem Niveau: zwar sind etwas weniger junge Selbständige als noch vor einem halben Jahr davon überzeugt, dass die Konjunktur steigen wird (-8 %). Mit 42 % rechnen somit knapp mehr mit einer Stagnation als mit einem Anstieg (41 % – -10 % zur letzten Umfrage).

Dies dürfte auch mit den präsentierten Zahlen der Wirtschaftsforschungsinstitute zusammenhängen, die mit einem moderaten Abflauen der Konjunktur rechnen. Auch weltpolitische Aspekte wie ein möglicher Handelskrieg zwischen den USA und China könnten hier als Auslöser identifiziert werden.

Am Puls der österreichischen Wirtschaft

Neben den großen wirtschaftspolitischen Kennzahlen fragen wir natürlich auch jene Aspekte ab, die die Unternehmerinnen und Unternehmer tagtäglich spüren. So nimmt etwa die Hälfte der Jungen ein erhöhtes Kaufvolumen wahr – beinahe unverändert zur Befragung von vor rund einem halben Jahr. Auch im Hinblick auf die Kostensituation gibt es kaum Veränderung: rund die Hälfte der Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer geht von einer konstanten Situation aus, 20 % glauben sogar an eine Verbesserung.

Gleichzeitig gehen die Befragten davon aus, dass auch die Verkaufspreise konstant bleiben werden (53 %) – auch hier gibt es keinerlei Veränderung zur Befragung Ende 2018. Rund 40 % gehen von einem Anstieg der Verkaufspreise aus.

Die Zahlen zeigen, dass die österreichischen Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer grundsätzlich an einer konstant positiven Entwicklung der Wirtschaft glauben. Dies spiegelt auch ihre Sichtweise im Hinblick auf die Entwicklung ihrer Ertragslage wider: 36 % glauben an eine Verbesserung, 43 % gehen von einer konstanten Entwicklung aus.

Junge Unternehmerinnen und Unternehmer wollen auch in Zukunft Verantwortung übernehmen

Die Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer sind die Innovationsmotoren unseres Standorts. Umso positiver ist es, dass von den Befragten knapp 40 % davon ausgehen, dass ihre Investitionsaktivitäten steigen, weitere 40 % gehen von einer konstanten Entwicklung ihrer Investitionen aus.

Die größte Herausforderung für die österreichischen Unternehmen sind seit Jahren die fehlenden Fachkräfte. Somit ist es kaum überraschend, dass über 40 % der befragten Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer planen, in den nächsten Monaten MitarbeiterInnen einzustellen. Dies entspricht ungefähr dem Niveau von Ende 2018.

Die österreichischen Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer sind, trotz der gesamtwirtschaftlichen Situation, die sie eher als konstant bis positiv bezeichnen, bereit, Verantwortung zu übernehmen, zu investieren und Mitarbeiter einzustellen.

In diesem Umfeld brauchen sie natürlich flankierende Maßnahmen, die sie dabei unterstützen, auch zukünftig erfolgreich zu sein und den Wirtschaftsmotor auf hohem Niveau laufen zu lassen.

Senkung der Lohnnebenkosten: Maßnahme Nr. 1

Als entscheidende Reform haben die Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer die Senkung der Lohnnebenkosten hervorgehoben. 80% der Befragten (und damit mit großem Abstand Nummer 1) gaben an, dass dieses Thema von der nächsten Regierung angegangen werden müsste.

Die Vereinfachung der Lohnverrechnung (41%), sowie die Erhöhung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (31%) wurden als wesentliche Prioritäten genannt. Die jungen Selbstständigen wissen somit sehr genau, was sie brauchen, um auch zukünftig erfolgreich zu sein.

Wir werden dies in Richtung der nächsten Bundesregierung auch aktiv kommunizieren. Denn: Die Zukunft der Wirtschaft ist unser Job!

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