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Leidenschaftliches Plädoyer für die Europäische Union: EU-Kommissar Günther H. Oettinger zu Gast bei der Jungen Wirtschaft

Am 23.4. war EU-Kommissar Günther H. Oettinger auf Einladung von der Bundesvorsitzenden von Frau in der Wirtschaft, WKO-Vizepräsidentin Martha Schultz und mir zu Gast in der WKÖ.

v.l.n.r. Anita Höller, Martina Pfluger, EU-Kommissar Oettinger, Christiane Holzinger, Elisabeth Zehetner-Piewald

Es war ein extrem spannender Gedankenaustausch mit einem Mann, der die EU mit ihren Stärken und Schwächen kennt. Gerade deshalb hat er uns ein leidenschaftliches Plädoyer für die EU gehalten. Würde es die EU noch nicht geben, spätestens nach seiner Rede, wäre jede/r davon überzeugt, dass sie erfunden werden müsste.

Die Welt befindet sich für Kommissar Oettinger in einem Wettbewerb von Wertordnungen, einem Kampf der Systeme, bei dem die großen Fragen lauten: Wie wird die Welt 2050 organisiert sein und von wem wird sie dirigiert werden? Werden wir in einer liberalen, parlamentarischen Demokratie mit sozialer Marktwirtschaft und unseren Grundfreiheiten und Freizügigkeiten leben können? Wie geeint werden wir einer Türkei unter Erdogan, Putins Russland und auch der Trump‘schen USA gegenübertreten können?

Die Welt von morgen und übermorgen wird dynamisch und instabil sein. Kein Kontinent wird von Instabilität so umgeben sein, wie Europa. Gleichzeitig ist Europa heute in seinem Inneren so freizügig, wie es bisher nie war. Damit das weiter funktionieren kann, braucht es einen gesicherten Außengrenzschutz mit rechtlicher Prüfung und in der Flüchtlingsdebatte mehr Weitblick sowie klare Strategien und Perspektiven für die Menschen in den Herkunftsländern zu denen u. a. neben Nahrung und Wasserversorgung auch Bildung gehört.

Besser werden müssen wir bei der Nutzung digitaler Daten, bei Online-Plattformen, beim Umgang mit dem Tsunami der digitalen Revolution. Wenn Europa nicht wie in einem Sandwich zwischen Silicon Valley und „made in China 2025“ zerdrückt werden will, dann muss es bei Themen wie AI und Digitalisierung gemeinsam aufholen. Dann braucht es die Zusammenarbeit von uns allen: die EU mit Europaweiten Forschungsprogrammen, die Staaten, die Universitäten mit übergreifenden Forschungsteams aus Industrie und forschungsstarkem Mittelstand. Die Bündelung der Kräfte bringt’s! Zum Beispiel sollten die EU-Staaten auch bei der Digitalsteuer einen gemeinsamen Weg gehen.

Für den EU-Kommissar für Haushalt und Personal sind wir heute die glücklichste Generation am glücklichsten Ort der Welt. Die Wahrscheinlichkeit, in der EU geboren zu werden ist um ein Vielfaches geringer, als in Afrika oder im mittleren Osten. Es ist unser Glück, hier geboren zu sein. Dafür sollten wir dankbar und bereit sein, dieses hohe Gut für nächste Generationen zu sichern. Die EU ist ein Friedensprojekt und eine Wertegemeinschaft, bei der es heute mehr denn je darum geht, sich dafür aktiv einzusetzen und sie auch zu exportieren. Daher liegt es an jedem von uns, am 26. Mai wählen zu gehen und unser Europa zu erhalten und zu stärken!

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