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„Pizza & Spritzer“ mit … Arbeits- & Familienministerin Mag. (FH) Christine Aschbacher

Aller guten Dinge sind drei: Mit Christine Aschbacher durften wir uns im dritten „Pizza & Spritzer“- OnlineTalk über das dritte Mitglied der österreichischen Bundesregierung freuen. Gemeinsam sprachen wir über brennende Themen wie Kurzarbeit, Planungssicherheit und den Weg durch und aus der Krise.

Von 23. November 2020 November 25th, 2020 No Comments


Nicht müde wurde Arbeitsministerin Christine Aschbacher ihre Anerkennung gegenüber uns jungen Selbstständigen auszudrücken. Unser Mut, unser Verantwortungsbewusstsein und vor allem unser Durchhaltevermögen in dieser herausfordernden Zeit. Aber auch ihr Apell war deutlich: Wenn wir die Lage mit COVID-19 nicht meistern, brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir die wirtschaftliche Lage ebenfalls nicht in den Griff bekommen!

Liquidität als oberste Maxime

Meine klare Message an BM Aschbacher war, dass das viel beschworene Durchhaltevermögen von uns Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer über die Dauer der Krise zunehmend belastet wird und schon belastet ist. Unsere Stimmung droht zu kippen, was vor allem der nicht vorhandenen Planungssicherheit zuzuschreiben ist.

Für unseren Standpunkt zeigte Sie großes Verständnis. Auch wenn niemand eine klare Prognose über den Fortlauf der Pandemie stellen kann, ist das Ziel unserer Arbeitsministerin klar: Die Liquidität der Unternehmen sicherstellen und den Erhalt möglichst aller Arbeitsplätze sicherstellen! Nur mit diesen Voraussetzungen wird es unserer heimischen Wirtschaft möglich sein, mit 100% Leistungsfähigkeit aus der Krise heraus zu gehen.

Flexibilität und Kurzarbeit

Zur Bewältigung der Krise betonte BM Aschbacher nochmals, dass ein ausgewogener Maßnahmenmix die effektivste Herangehensweise ist, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und die Wirtschaft und unseren Wohlstand bestmöglich zu schützen. Dafür ist vor allem auch die Selbstdisziplin ein wesentlicher Baustein, um uns gegenseitig zu schützen und die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Als Arbeitsministerin ist es ihr größtes Anliegen, die Kurzarbeit möglichst flexibel auszugestalten, damit innerhalb von Betrieben unterschiedliche Kurzarbeitszeiten umsetzbar sind.

Tipp der Ministerin:

Kurzarbeit in jedem Fall beantragen! Besser Kurzarbeit beantragen und nicht darauf zurückgreifen müssen, als den Antrag zu stellen, wenn es 5 vor 12 ist.

Die Krise als Chance für den Standort und die Verwaltung

Für uns Selbstständige hat die Krise einmal mehr aufgezeigt, dass eine effizientere Gestaltung und die Digitalisierung von Behördenwegen notwendig sind und für alle beteiligten Entlastung bringen würde. Diese Ansicht teilt auch unsere Ministerin, die vor allem im Bereich Arbeitsmarkt schon viel vorangebracht hat, aber noch weiteres Potential sieht.

Aus ihrer Sicht liegt es an uns Wirtschaftstreibenden für ihre Unternehmen und der Regierung für die Rahmenbedingungen, aus der Krise die bestmöglichen Learnings für das Arbeiten und das Wirtschaften in der Zukunft zu ziehen. Alles was wir als Wirtschaftsstandort jetzt in allen Bereichen lernen, sollten wir mitnehmen, um die Arbeitswelt 2030 zu antizipieren und jetzige Herausforderungen als Vorteile in der Zukunft umzuwandeln.

Herausforderung Arbeitsplatzvermittlung

Für viele von uns ist es essenziell, qualifizierte Mitarbeitende im Unternehmen beschäftigt zu haben bzw. bei Bedarf diese am Arbeitsmarkt zu finden. Vom Gefühl fällt die Krise diesem Umstand zusätzlich schwer ins Gewicht.

Christine Aschbacher möchte zu dieser Situation nicht schönreden, weist aber darauf hin, dass die Arbeitslosenquote bereits vor der Pandemie und dem ersten Lockdown sehr hoch war. Ziel ist es selbstverständlich möglichst viele Um den hohen Arbeitslosenzahlen entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung die größte Joboffensive der 2. Republik gestartet, um Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen. Das Matching zwischen Arbeitgeber und potenziellen Arbeitnehmer ist die Herausforderung dabei, da der Arbeitsmarkt trotz AMS und aktiver Mitarbeitersuche von Betrieben sich nicht selbst reguliert.

Lehrlingsausbildung im Fokus

Auch die Lehrlingsausbildung soll nachhaltiger ausgestaltet werden. Zur Attraktivierung soll neben einem breiten Angebot an Orientierungshilfen auch die bundesländerübergreifende Lehrlingsausbildung gefördert werden. Dies hat vor allem zum Ziel, dem regionalen Lehrlings- und Lehrstellenmangel entgegen zu wirken.

Um die Nachfrage in den Zukunftsbranchen zu fördern, gilt der Elterninformation ein besonderes Augenmaß, denn es zeigt sich, dass Eltern in der Bildungsentscheidung ein wesentliches Wort mitreden. Darum ist es wichtig digitale Berufsbilder, sowie den Pflegebereich und Ausbildungen im MINT-Bereich auch den älteren Generationen näher zu bringen und dahingehend zu informieren.

In diesem Online-Talk hatten wir wirklich einen sehr sympathischen Austausch mit einer Arbeits-, Familien-, und Jungendministerin, die selbst 10 Jahre als Unternehmerin tätig war und in diesem Gespräch in einen ganz direkten Austausch mit der Jungen Wirtschaft gegangen ist.

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