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„Pizza & Spritzer“ mit … Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck

Mit Margarete Schramböck durften wir uns auch in der zweiten Digital-Version unseres exklusiven Veranstaltungsformats „Pizza & Spritzer“ über ein Mitglied der österreichischen Bundesregierung als Gast freuen. Gemeinsam sprachen wir über die wirtschaftlichen Herausforderungen, welche die Pandemie erzeugt hat und wie Österreich geschlossen stark durch die nächsten Jahre kommt.

Von 11. Oktober 2020 No Comments

Durch den Lockdown ist eine wirtschaftliche Talsohle erreicht worden, aus der wir uns wieder zurück kämpfen müssen. Darum war uns der Austausch mit Margarete Schramböck eine Herzensangelegenheit. In ihren Eingangsworten bezeichnete Ministerin Schramböck das vierte Quartal 2020 als entscheidende Phase für das Wirtschaftsjahr und baut auf die kontinuierlich steigenden Wirtschaftszahlen seit dem Lockdown.

Nationale und regionale Infektionszahlen als wesentlicher Faktor
Als kritisch für die Wirtschaft sind für unsere Bundesministerin die Infektionszahlen. Denn diese lösen, bei Anstiegen, Reisewarnungen für Österreich aus, die letal für den Tourismus und das Weihnachtsgeschäft sein können.

Darum ist es wichtig gegen den derzeitigen Verlauf der Zahlen zu agieren, um auch das Gesundheitssystem nicht zu überfordern. Ein weiterer Lockdown ist aber nicht geplant und schon gar nicht gewünscht.

Selbstdisziplin ist das A und O
Der Appell von Margarete Schramböck war eindeutig: Jede und jeder muss dazu beitragen, damit wir die Infektionszahlen in den Griff bekommen, wenn wir wirtschaftlich wieder in die Spur kommen wollen – nicht nur im Arbeitsbereich, sondern auch im privaten Umfeld.

13 Milliarden Investitionsvolumen – Fixkostenzuschuss als Prio 1
Dass der Bundesregierung die wirtschaftlich heikle Lage bewusst ist, stellte BM Schramböck am Gesamtvolumen und an Maßnahmen wie der Kurzarbeit dar. Auf europäischer Ebene kämpft sie, gemeinsam mit Kanzler Sebastian Kurz und Gernot Blümel um die Bewilligung des Fixkostenzuschusses für die heimischen Betriebe, damit diese notwendige Unterstützung endlich an die Betriebe fließen kann.

Kritische Fragen und ehrliche Antworten
Als Interessensvertretung für junge Selbstständige hatten wir naturgemäß eine Menge Anliegen und Fragen, die in die Zuständigkeit von Ministerin Schramböck fallen.

Schwachpunkt fehlendes Eigenkapital
Auch unsere Wirtschaftsministerin sieht, dass fehlendes Eigenkapital ein Manko des deutschsprachigen Wirtschaftsraumes ist und stellte ihre Idee eines europäischen Fonds für Eigenkapitalgarantien vor.

Zu dieser Thematik war es mir ein Anliegen, einmal mehr unsere langjährige Forderung eines Beteiligungsfreibetrags aufs Tableau zu bringen. Denn wir brauchen eine zukunftsorientierte Investitionskultur in Österreich, um Kapital zu mobilisieren und um die Beteiligung privater Investoren attraktiver zu gestalten.

Bundesministerien Schramböck sieht den Beteiligungsfreibetrag ebenfalls als eine mögliche Lösung an und bat darum, diese Thematik nochmals bei Finanzminister Blümel zu deponieren, in dessen Ressort die fachliche Zuständigkeit dafür liegen würde.

Viele Impulsmaßnahmen in der Pipeline
Wichtig war mir auch darüber zu sprechen und zu erfahren, welche Maßnahmen – unabhängig von COVID-19, aber gerade deswegen umso mehr – von Seiten der Bundesregierung gesetzt werden, um Selbstständige in Österreich nachhaltig zu entlasten.

Es freute mich zu hören, dass einige Wegweiser für Wirtschaftstreibende, wie zum Beispiel ein Konzept einer neuen Kapitalgesellschaftsform mit geringeren Eigenmitteln, Mitarbeiterbeteiligungsmöglichkeit und „gründen auf Englisch“, oder auch der Runwayfonds und die Prüfung einer „Grace Period“ für Betriebsübergaben“ in den finalen Abstimmungsschleifen mit den anderen Ministerien sind.

Ich habe mir daraus den Auftrag mitgenommen, der Umsetzung dieser Maßnahmen weiter auf den Zahn zu fühlen und bei den befassten Ministerien einzufordern.

Stichwort „Digitalisierung“
Da Margarete Schramböck als Ministerin auch die Digitalisierungsagenden betreut, unterhielten wir uns auch über digitale Wirtschaftsimpulse.

Mir selbst und auch dem Plenum war es ein Anliegen zu erfahren, ob bewährte Programme ihre Fortsetzung finden und welche Pläne es gibt die österreichische Wirtschaft ins digitale Zeitalter zu beamen.

Besonders lobend strich sie das gut funktionierende Programm KMUdigital hervor, welches auch 2021 fortgeführt werden wird. Auch das 2 Millionen schwere Pilotprojekt zur E-Commerce-Anschubfinanzierung ist gut angenommen und die Mittel rasch aufgebraucht. Hier sieht Schramböck auch weiteren Kapitalbedarf.

Kaufhaus Österreich
Ein weiterer Impuls, um den analogen Handel digital onzuboarden, ist das Konzept des „Kaufhaus Österreich“. Dieses soll eine digitale österreichische Plattform sein, die sich an Konsumenten und Händler gleichermaßen richtet. Es zielt einerseits auf die Sensibilisierung der heimischen Konsumenten und andererseits auf die Unterstützung der Händler im E-Commerce durch eine Meta-Plattform ab, die möglichst viele Stakeholder im E-Commerce zusammen bringen soll.

Fachkräfte und Lehrlinge
Da wir als junge Selbstständige auch oft Arbeitgeber sind, hackten wir auch beim Thema Fachkräfte und Lehrlinge nach. Diese Thematik ist aus meiner Sicht insofern höchst aktuell, da wir in Österreich derzeit das paradoxe Phänomen von hoher Arbeitslosigkeit und einem enormen Mangel an Fachkräften erleben. Unsere Wirtschaftsministerin ortet dabei strukturelle Probleme sowie Potential in der örtlichen Flexibilität.

Das Ministerium arbeitet auch daran, Lehrlingsausbildungen mit digitalen Inhalten anzureichern, um Grundfähigkeiten zu festigen und Wissen in den Bereichen Cybersecurity, Datasecurity und -mining sowie Artificial Intelligence zu vermitteln, erzählte Ministerin Schramböck.

Unser Input ist gefragt!
In unserem kurzweiligen Austausch mit Wirtschaftsministerin Schramböck ist einmal mehr sichtbargeworden, wie wichtig unser Engagement für die Wirtschaft in Österreich ist. Einmal mehr haben wir die Finger am Puls der Zeit und sind wichtige Impuls und Inputgeber für die Entscheider unseres Landes.

Ich bin begeistert und dankbar, dass wir eine so versierte und kundige Ministerin für unser Land haben. Dass wir als Junge Wirtschaft als Wissensträger und Dialogpartner gesehen werden zeigt sich auch an der von Ministerin Schramböck ausgesprochenen Bitte um qualifiziertes Feedback zu Maßnahmen und Anreizen durch unsere Organisation.

Dieser Bitte kommen wir gerne nach, denn: Die Zukunft der Wirtschaft ist unser Job!

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