JWnetzwerk

„Pizza & Spritzer“ mit … Wolfgang Bergmann

Zum Jahresabschluss durften wir zu unserem dritten „Pizza & Spritzer-Event“ eine besondere Location in einem exklusiven Rahmen erleben: Das Obere Belvedere bei Nacht mit einer Sonderführung für unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Von 11. Dezember 2019 No Comments

JW-Bundesvorsitzende Mag. Christiane Holzinger mit Belvedere-Geschäftsführer Mag. Wolfgang Bergmann

Nachts im Museum – Kunst- und Zeitgeschichte in einem

Außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten hatten wir die Möglichkeit, die beeindruckenden Räumlichkeiten und die außergewöhnlichen Kunstwerke im Museum zu bewundern. Highlight war natürlich „Der Kuss“ von Gustav Klimt.

Doch auch die zeithistorische Bedeutung des Belvederes wurde gewürdigt. So wurde doch am 15. Mai 1955 im Marmorsaal der Staatsvertrag von Vertretern der alliierten Besatzungsmächte USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien sowie der österreichischen Bundesregierung unterzeichnet.  Sehr beeindruckend war für uns auch der der nächtliche Ausblick vom Balkon, von welchem aus Außenminister Leopold Figl den Vertrag präsentierte und die Worte „Österreich ist frei“ rief. In diesem Rahmen rief uns Gastgeber Wolfgang Bergmann nochmals in Erinnerung, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist.

Vom Studium der Theologie zur wirtschaftlichen Geschäftsführung

Der Karriereweg vom Wolfgang Bergmann ist wohl der diverseste und ungewöhnlichste unserer bisherigen Gastgeber bei Pizza & Spritzer.  Er selbst sieht in seinem Engagement den großen Motor seines Werdegangs, welches sich schon in der Tätigkeit in der Schüler- und Studentenvertretung früh zeigte.

Nach dem Theologiestudium begann er seine Laufbahn als Sprecher der Caritas und wechselte von dort als Kommunikationschef in die Erzdiözese Wien.  Dort war er auch Gründer von Radio Stephansdom. Im Jahr 2000 übernahm er die Geschäftsführung der Tageszeitung Der Standard und war vom 2008 bis 2016 auch Vorstand der Standard Medien AG. 2017 wurde Bergmann zum kaufmännischen Geschäftsführer der Österreichischen Galerie Belvedere ernannt. Den künstlerisch-wissenschaftlichen Bereich der Geschäftsführung verantwortet Stella Rollig.

Ein Blick hinter die Kulissen

Dass ein Museum kein unbemanntes UFO ist, war uns natürlich allen klar. Dass das Belvedere aber – vom Facility-Service bis zu den Kuratoren – rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, zeigt doch, welche unternehmerische Verantwortung hinter dem Betrieb eines Museums steckt.

So verfügt das Belvedere über mehrere tausend Kunstwerke, die in teilweise jahrelangen Planungen zu Ausstellungen zusammengestellt und präsentiert werden. Hinzu kommen auch internationale Leihausstellungen, wie zum Beispiel eine Klimt-Ausstellung, die heuer in Tokyo präsentiert wurde.

Mut zu Veränderung in allen Ausprägungen

Mut war für Wolfgang Bergmann vor allem in zwei Situationen erforderlich. Zum einen, wenn es darum ging, notwendige Veränderungsprozesse zum Wohle des Unternehmens anzustoßen und auch „durchzuziehen“ und zum anderen, um zu erkennen, wenn man solche Prozesse mit sich selbst nicht vereinbaren kann und in der Folge eine persönliche Veränderung notwendig ist. 

Digitalisierung als Chance

Wolfgang Bergmann sieht in der Digitalisierung eine große Chance für den Museumsbetrieb. Zum einen wird es Museen möglich gemacht, eine riesige Gruppe an Menschen über die digitalen Kanäle anzusprechen. Zum anderen ist er der Meinung, dass man sich zwar die Werke der großen Meister auf so manchen Device anschauen kann, im Endeffekt ist der Wunsch, ein bekanntes Kunstwerk persönlich mit den eigenen Augen zu sehen, viel größer.

Den Kindheitstraum im Hobby ausleben

Wie auch unsere bisherigen Gastgeber habe ich auch Geschäftsführer Bergmann gefragt, was sein Berufswunsch als Kind war. „Irgendwas G’scheits wie Schriftsteller oder Professor“ sind nicht die Antworten, die man sich hierbei erwartet. Umso interessanter, dass sich das Schriftstellertum in einem Hobby verfestigt hat. So hat er bereits 3 Bücher geschrieben und veröffentlicht.

Für ihn persönlich sind auch auf Grund seiner theologischen Ausbildung momentan die Bücher von Yuval Noah Harari, Homo Deus, Eine kurze Geschichte der Menschheit und 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert, am eindrucksvollsten. Damit hat er eine Gemeinsamkeit mit unseren ersten beiden Pizza & Spritzer Gästen Andreas Treichl und Beate Glatz-Kremsner, die ebenfalls Werke von Harari als Lieblingsbücher genannt haben.

Mit Spritzer, Charme und Pizza

Bei der obligatorischen schmackhaften Pizza und kalten Getränken ließen wir den Abend gemeinsam ausklingen und freuten uns, dass Wolfgang Bergmann sich die Zeit nahm, um sich ausgiebig mit uns zu unterhalten. Ich möchte mich nochmal vielmals bei Mag. Wolfgang Bergmann und dem Belvedere für den großartigen Abend und den Einblick in die unternehmerischen Herausforderungen eines Museumsbetriebs bedanken!

 

Dein Gastbeitrag für den Blog!

Du hast einen interessanten Beitrag, den du mit jungen Unternehmerinnen und Unternehmern teilen möchtest? Wir freuen uns von dir zu hören!